Heimat- und Volkstrachtenverein Salzweg e. V.
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Heimat, Brauchtum und Tradition standen im Zentrum des Gaufestes – Salzweger Trachtler mit Lob überschüttet – Fest brachte über 1 600 in Tracht zusammen

Von Josef Heisl

Salzweg  Vier Tage lang stand die Stadtrandgemeinde im Focus der Trachtler und der regionalen Politik. Wurde am Donnerstag noch Minister Helmut Brunner danke gesagt, stieg am Freitag erstmals eine Hektarparty mit der fetzigen Band „Die Draufgänger“ aus der Steiermark. Der Samstag gehörte dann der Feier des 90. Geburtstags des Heimat- und Trachtenvereins Salzweg und am Sonntag schloss schließlich das Gaufest diesen Festzyklus, in dem die Schar der ehrenamtlichen Helfer aus dem Verein schon auf eine harte Probe gestellt wurden.

Schon früh um sechs wurden Fahnenmutter, Schirmherr und Vorstand von den Klängen der Blaskapelle Büchlberg/Salzweg geweckt. Zug um Zug trafen die Vereine ein und füllten die Mehrzweckhalle in der es durch die unterschiedlichen Trachten immer bunter wurde. Schließlich bewegte sich ein langer Kirchzug, angeführt von den rund 50 Fahnenträgern sowie der Blaskapelle aus Haiming und der Trachtenkapelle „d’Freudenseer“,  auf die Spetzinger-Wiese hinter dem Trachtenheim, wo bei Kaiserwetter Gottesdienst gefeiert und die Fahne geweiht wurde.  

Trachtenpfarrer Josef Tiefenböck befasste sich in einer eindrucksvollen Predigt mit dem Wort Tracht und zerlegte es in die einzelnen Buchstaben, die er unter anderem mit Tradition, der Achtung der Würde untereinander, dem Charakter und der Tatkraft im alltäglichen Leben deutete. Zur Fahne meinte er, unter ihr könnten sich die Menschen versammeln wie unter dem Kreuz, weil uns der Herrgott dabei Kraft gebe. Konzelebrant Alexander Aulinger segnete die Fahne.

Anschließend wurde das Fest in der Halle fortgesetzt, in der Vorstand Richard Schenk weit über 1 200 Trachtler, die Bezirksräte Josef Heisl jun. und Urban Mangold, Vizelandrätin Gerlinde Kaupa, 2. Bürgermeisterin Maria Eckinger, mehrere Gemeinderäte und aus dem Trachtenbereich die Gauführung, Gäste aus Österreich und sogar aus Kanada begrüßen konnte. Schirmherr und Bürgermeister Josef Putz, der seine Trachtler schon am Vorabend förmlich mit Lob überschüttet hatte, zeigte sich beeindruckt von diesem Fest. Der Begriff „Hoamat“ werde heute förmlich über den Ozean hinaus getragen bis nach Kanada, woher die Freunde der Salzweger gekommen seien. Die ganze Gemeinde sei stolz auf diese Bürger, die sich Ehrenamtlich im Trachtenverein engagieren. Sie seien eigentlich alle „Ehrenbürger“.

Landrat Franz Meyer, der gerade von einer Primizfeier gekommen war meinte, auch Primiz sei „Hoamat“. Er dankte Altbürgermeister Horst Wipplinger für den Dankabend für Minister Helmut Brunner und gratulierte dem Verein zum 90. Geburtstag. Heimattreue, Heimatliebe und diese heimische Kultur seien Ausdruck für unsere Lebensweise. Er erinnerte an die, welche über die 90 Jahre den Trachtenverein mit Leben erfüllt haben und die man nicht vergessen dürfe. Sie haben sich um die Bewahrung der Schönheit und die über die Jahrzehnte gewachsene Kultur verdient gemacht. Der Landrat dirigierte anschließend den Bayerischen Defiliermarsch, wozu ein Musiker meinte: „Der Meyer is der, der uns scho am meisten dirigiert hat“. Dann überreichte er den Ehrenteller des Landkreises.

Für die Stadt Passau gratulierte 2. Bürgermeister Urban Mangold. Er dankte dem Dreiflüsse Trachtengau dafür, dass dieser alljährlich so viele Trachtler aus Nah und Fern zum Maidultumzug zusammenbringe. Er erinnerte daran, dass die Bewahrung der Heimat als Staatsziel in der Bayerischen Verfassung stehe. Bayern solle bairisch bleiben, wozu alle zusammenhelfen müssten.

Mit einem herzlichen „griaß eich gott ole beinand, so sogt ma bei uns im Land“ begann Gauvorsitzender Walter Söldner seine Ansprache. Alle hätten sich schon lange auf das Fest vorbereitet und auf den Beginn gefreut. „Die Salzweger haben sich viel Arbeit gemacht und alles bestens organisiert“, lobte Söldner. Ein Erlebnis sei der Gottesdienst in freier Natur auf einem wunderschönen Platz und einem Blick in den Bayerwald gewesen. An diesem Tag müsse man auch Rückschau halten auf die Zeit vor 90 Jahren. Damals habe eine Aufbruchsstimmung geherrscht, in der viele Trachtenvereine gegründet worden seien. Es liege jetzt an uns, dieses Vermächtnis an die nächsten Generationen weiter zu geben. Um die Zukunft brauche man sich, angesichts der vielen jungen Leute im Saal, keine Sorgen machen.

In der Folge kamen die Grußworte, immer wieder unterbrochen von Ehrentänzen, moderiert von Vorstand Richard Schenk. Der 1. Gauvorsitzende des Bayerischer Waldgau, Andreas Tax meinte, es sei wunderbar, wie ihr Tracht, Brauchtum, Heimat und Glaube hoch haltet. Gauvorstand Harald Listl vom Trachtengau Niederbayern dankte den Salzwegern für deren Mitarbeit im Gau und den Geistlichen für ihre heimatnahe und bodenständige Art sich einzubringen.

Vom Bayerischen Trachtenverband war der stellvertretende Vorsitzende Erich Tahedl gekommen, der feststellte, Tracht sei auch ein Zeichen der Zugehörigkeit zu unseren Vereinen, den Gauen und dem Bayerischen Trachtenverband. Für alle anwesenden österreichischen Vereine gratulierte der oberösterreichische Landesobmann Rupert Klein. Schließlich trat Steven Volkmar aus dem kanadischen Ottawa ans Mikrophon. Das Ehrenmitglied der Salzweger lobte die über 25 Jahre dauernde freundschaftliche Verbindung und überreichte ein Geschenk.

Mit einer Fahnenparade steuerte das Fest dann auf die Zielgerade. Einzeln wurde jeder Fahnenträger aufgerufen, er durfte die Fahne auf der Bühne präsentieren und am Rednerpult stellte ein Trachtler Verein und Fahne vor, was zu einer begeisterten Resonanz viel Applaus auf offener Szene führte. Als die weit über 40 Vereine ihre Fahnen präsentiert hatten, wurden von den über 1 600 die Hymnen von Bayern, Deutschland, Österreich und Kanada gesungen, musikalisch begleitet von der Festkapelle „Trachtenkapelle d’Freudenseer“.

Landesvize Erich Tahedl war es dann vorbehalten, den Schlusspunkt unter dieses so beeindruckende Gaufest zu setzen. Im Auftrag des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder überreichte er einen Fahnenband der Bayerischen Staatsregierung und heftete es an die Fahne des Heimat- und Trachtenvereins Salzweg. Mit der Ausgabe der Ehrengaben endete ein wohl unvergessliches Gautrachtenfest, das Salzweg vier „Feiertage“ gebracht hatte. Die Verkehrseinweisung und die Sicherheitswache hatten während der Feststage die Ortsfeuerwehren Salzweg, Oberilzmühle und Straßkirchen übernommen.

Bild: Pfarrer Alexander Aulinger segnete die Fahne. (Fotos Heisl)

Bild: 7786 Landrat Franz Meyer übergab den Ehrenteller des Landkreises, v.li. Vizelandrätin Gerlinde Kaupa, Bezirksrat Urban Mangold, Vorstand Richard Schenk, Bezirksrat Josef Heisl jun. und 1. Gauvorsitzender Walter Söldner.

Bild: 7811  Auch die Kleinsten durften bei den Ehrentänzen wieder ran.

Bild: 7827 Die Grüße aus Kanada überbracht Steven Volkmar (re.) aus Ottawa an Richard Schenk.

Bild: 7835 Fahnenparade.

Bild: 7861 Ein Fahnenband gab es vom Bayerischen Ministerpräsidenten.




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